Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Konzept

Grußwort der Schulleitung


Eine Grundschule ohne Förderverein ist heutzutage kaum mehr vorstellbar -eine Ganztagsschule ohne Betreuung am Nachmittag gar undenkbar. Daher können wir uns sehr glücklich schätzen, sowohl einen gut organisierten aktiven Förderverein, als auch eine sehr lebendige Betreuung als verlässliche Partner an der Seite der Schule zu wissen. Sie gehören seit 25 Jahren zur Schulgemeinde und sind damit fester Bestandteil der Albert-Schweitzer-Schule. Schule, Förderverein und Betreuung arbeiten Hand in Hand, koordinieren miteinander und sind bestrebt, das Schulleben attraktiv zu gestalten und das Schulprogramm stetig weiterzuentwickeln. Unsere Kinder erleben vielfältige Lern- und Spielangebote in Schule und Betreuung. Es ist uns allen ein Anliegen, den Vor- und Nachmittag eng zu verzahnen und das Leben und Lernen für Kinder vielfältig erlebbar zu machen. Die hier vorliegende Konzeption ist umfassend und ein Teil des Schulprogramms. Sie zeigt die hohe Professionalität der Betreuung auf, denn alle wichtigen pädagogischen Fragestellungen werden kritisch aufgegriffen, reflektiert und daraus resultierend Ziele abgeleitet. Für uns alle ist ein friedvolles Zusammenleben besonders wichtig und deshalb achten wir aufeinander und verhalten uns respektvoll. Die Kinder lernen, Regeln zu achten, Konflikte zu klären und Lösungen im Gespräch zu suchen. Zu den grundlegenden Ideen gehört auch, den Schulalltag mit allen Beteiligten demokratisch und kindgerecht zu gestalten, eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Kindern zu entwickeln, ihre Unterschiedlichkeit anzuerkennen und ein friedliches Miteinander zu fördern. Wir alle nehmen Kinder ernst, beteiligen sie, fördern und fordern sie in ihrer Persönlichkeit und stärken ihre Stärken. Mit viel Herz engagieren sich das Kollegium und das Team der Betreuung zum Wohle der Kinder. Wir stehen im regelmäßigen Austausch über pädagogische Inhalte, beraten uns gegenseitig, führen gemeinsam Elterngespräche, stimmen Termine ab und entwickeln Visionen zum Thema Ganztagsschule. Im Namen des Kollegiums wünsche ich dem Team des Fördervereins und der Betreuung weiterhin so viel Freude bei der Arbeit mit den Kindern unserer Schule und bedanke mich bei allen Mitarbeitern für die wunderbare pädagogische Arbeit und die gute Kooperation. Ihre Barbara Busch, Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Schule




1.1 Einleitung


Die Konzeption von Peppinos Welt versteht sich als Ergänzung zum Schulprogramm der Albert-Schweitzer-Schule und als Leitfaden für die tägliche Arbeit mit den Kindern in der Betreuung des Fördervereins. Es soll allen Interessierten einen möglichst anschaulichen und konkreten Einblick in die tägliche Arbeit mit den Kindern geben. Im Entstehungsprozess der Konzeption haben viele verschiedene Gruppen mitgearbeitet. Das Pädagogische Team bildet die Kerngruppe, die die Inhalte zusammengestellt und in eine Form gebracht hat. Beteiligt war außerdem das große Team der Betreuer, also auch diejenigen Mitarbeiter, die uns an einigen ausgewählten Tagen unterstützen, sowie besonders unsere Kinder. Ihre Kreativität und ihre Beiträge sind an vielen Stellen für den Leser sichtbar in die Konzeption mit eingeflossen. Unterstützung hatten wir außerdem von Eltern, die sich für unsere Arbeit engagiert haben. In unserer Einrichtung arbeiten wir mit vielen Begrifflichkeiten, die nicht unbedingt sofort für jeden verständlich sind. Aus diesem Grund schließt sich an die Konzeption ein Glossar an, in dem besondere Begriffe erklärt werden. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit, wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichberechtigung für alle Geschlechter und sollen keinerlei Wertung beinhalten. Alle weiteren Geschlechteridentitäten sind dabei explizit gemeint und mitinbegriffen.




1.2 Der Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule


Seit 1994 unterstützt der Förderverein das Ganztagsschulkonzept der Grundschule. Er wurde mit dem Ziel der „(…) Förderung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Albert-Schweitzer-Schule Langen über die Verpflichtung des Schulträgers hinaus“ (Satzung) gegründet. Alle Arbeitsbereiche des Vereins finden ihre Grundlagen im Schulkonzept bzw. den Erweiterungen dazu und stellen eine Ergänzung zum Unterricht und eine Erweiterung des Schulangebotes dar. Die Angebote des Fördervereins werden in enger Absprache mit der Schule gestaltet. Zurzeit nutzen 185 Kinder das vielfältige Angebot, das von der Bereitstellung eines gesunden gemeinsamen Mittagessens bis hin zu Betreuungs- und Spielangeboten unter der pädagogischen Leitung des Fördervereins reicht. Eine weitere Aufgabe ist die Reinigung der Schule. Rund 40 Mitarbeiter sind für den Förderverein tätig - als Erzieher, Betreuer, in der Verwaltung sowie als Küchen- oder Reinigungskraft. Gemeinsam mit der Schule werden Nachmittagskurse, Brotboxzeit und eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. Schule und Förderverein arbeiten an der Albert-Schweitzer-Schule Hand in Hand. Die Nachmittagskurse von Schule und Förderverein sind fester Bestandteil des Ganztagskonzepts der Schule. Ausdruck dieser Zusammenarbeit ist das seit dem Schuljahr 2014/15 erscheinende gemeinsame Kursheft. Zudem wird während den Schulferien Betreuung in Form von Ferienspielen angeboten. Durch ehrenamtliche Mitarbeit, Selbsthilfeaktionen, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren sowie durch die Zuschüsse des Schulträgers, der Stadt Langen und des Landes Hessen können viele Anschaffungen getätigt, schulische Veranstaltungen unterstützt und das Ganztagskonzept der Schule maßgeblich gefördert werden.




1.3 Vorstand


Der geschäftsführende Vorstand setzt sich aus dem 1. Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schatzmeister und dem Schriftführer zusammen. Der Vorstand ist verantwortlich für die verschiedenen Aufgabenbereiche des Fördervereins, also für die Betreuung, die Küche und die Reinigung der Schule. Er trifft sich regelmäßig zu gemeinsamen Beiratssitzungen, an denen auch Beisitzer teilnehmen. Zu den Beisitzern gehören die Schulleitung, die pädagogische Leitung, der SEB-Vorstand und eine Vertretung des Kollegiums.




1.4 Leitgedanken


Was wir leben wollen, ist eine Schulkindbetreuung, in der die Kinder in der Vielfalt ihrer Persönlichkeit angenommen werden und Raum haben, Selbstwertgefühl zu entwickeln - eine Schulkindbetreuung, die verstanden hat, wie verschieden wir Menschen sind, die Vielfalt als etwas Positives wahrnimmt und sieht, dass sich aus diesen Unterschieden eine Qualität entwickeln kann. Wir wollen Kinder in ihrem Bedürfnis sich weiterzuentwickeln, Neuland zu betreten, die Welt zu entdecken, unterstützen. Wir wollen eine Betreuung, in der sich Kinder herausgefordert fühlen, die aber auch Hilfen anbietet, wenn es notwendig ist. Auch eine Betreuung wie wir sie uns erträumen, wird nicht frei von Schwierigkeiten und Konflikten sein. Wir wünschen uns zu lernen und zu vermitteln, wie man mit ihnen umgehen kann. Dazu gehört, Kritik konstruktiv zu äußern und diese annehmen zu können, gemeinsam Regeln zu erarbeiten, die den Beteiligten bei der Lösung von Konflikten weiterhelfen; Wege zu finden, Konflikte gewaltfrei zu lösen und dazu beizutragen, dass unsere Gesellschaft wieder friedfertiger miteinander umgeht. Eine Betreuung wie wir sie uns vorstellen, wird nur entstehen können, wenn es gelingt, alle Beteiligten zu einer Gemeinschaft zusammenzubringen, die sich gegenseitig mit Lob, Anerkennung und Respekt begegnet, aber auch in der Lage ist, Kritik anzunehmen und das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen.




2. Das ist uns wichtig


Wir entwickeln uns konzeptionell kontinuierlich weiter. Dabei stehen die Kinder im Mittelpunkt, während die Kinderrechte und unsere Werte die Grundlage dafür bilden. In unserer Betreuung wollen wir den Kindern einen geschützten Rahmen bieten, sie in ihrer Entwicklung unterstützen und in ihren Fähigkeiten fördern. Achtung und Respekt bedeuten für uns, in guten Worten miteinander zu sprechen. Wir wollen einen freundlichen Umgang pflegen und eine Atmosphäre des gegenseitigen Zuhörens und Verstehens schaffen. Alle Beteiligten sollen gehört werden und anderen ihr Gehör schenken. Nur so erfahren wir von den Wünschen und Bedürfnissen der anderen, auf die wir Rücksicht nehmen und auf die wir eingehen. Jedes Kind hat seine individuellen Grenzen, die wir anerkennen und versuchen einzuhalten. In unserer Einrichtung leben wir nach den Grundsätzen Wertschätzung und Vertrauen. Wir zeigen Achtung vor der Privatsphäre des Einzelnen und geben Raum für die Selbstbestimmtheit der Kinder. Dabei gestehen wir ihnen so viele Freiheiten wie möglich zu und schaffen neue Freiräume wo sie eingefordert werden und angebracht sind. Damit wollen wir der Vielfalt der Kinder und ihren Ideen und Bedürfnissen gerecht werden, auf sie eingehen und sie wertschätzen. Weil wir die Einzigartigkeit jedes Kindes wahrnehmen möchten, erhält jedes Kind die Möglichkeit im Betreuungsalltag mitzubestimmen, denn jede Stimme ist uns wichtig und soll gehört werden.




3.1 Unser Bild vom Kind


„Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen, aber wenige erinnern sich daran.“ (Aus: ‚Der kleine Prinz‘ von Antoine de Saint-Exupéry) Das Bild vom Kind befindet sich in einem stetigen Wandel, was vor allem mit den gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängt. Aus diesem Grund ist es schlicht unmöglich, ein allgemeingültiges feststehendes Bild vom Kind zu definieren. Nichtsdestotrotz erachten wir es für unser pädagogisches Handeln als wichtige Reflexionsgrundlage, ein Bewusstsein über unsere Haltung gegenüber den Kindern zu schaffen. Dabei wissen wir, dass unser einrichtungsinternes Bild vom Kind immer geprägt ist, von eigenen biographischen Erfahrungen sowie kulturkritischen Bildern in den Medien. Den Inhalt dieses Kapitels erachten wir daher als enorm wichtig, um unser Denken und das damit verbundene Handeln, nach außen hin transparent zu machen. Wir erleben Kinder als kompetente und selbstwirksame Individuen, die ihrer Umwelt offen und neugierig gegenübertreten und mit viel Entdeckergeist ihren Bedürfnissen und Interessen nachgehen. Dabei ist es unser Ziel, ihnen so viel Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig, zuteil werden zu lassen. Die vielen positiven Eigenschaften der Kinder begreifen wir als Stärken und Ressourcen. Diese möchten wir anerkennen, unterstützen, weiter fördern und fordern. Wir möchten den Kindern dabei helfen, eigene Kompetenzen kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Ebenso wie die Stärkung individueller Fähigkeiten, beinhaltet unser Bild vom Kind aber auch kollektive und soziale Aspekte, das Bedürfnis nach Nähe und Distanz, nach Gemeinschaft und Schutz. Unser Bild vom Kind sieht das Kind, in der Interaktion mit anderen, Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und weiterentwickeln. Kinder sind in der Lage, Bindungen herzustellen und zu gestalten. Wir begreifen es als wichtigen Aspekt, sie dabei zu unterstützen Vertrauen aufzubauen, sowie eigene Emotionen und Bedürfnisse in ein Verhältnis mit anderen setzen zu lernen. Des Weiteren nehmen wir wahr, dass Kinder kommunikativ sind, sich mitteilen können (verbal und non-verbal) und mitreden möchten. Gehört zu werden und die Möglichkeit erhalten, sich aktiv zu beteiligen, ist ein grundlegender Aspekt der Kinderrechte und für unsere Arbeit somit enorm wichtig. Auch wenn Grundschulkinder zu großen Teilen sehr eigenverantwortlich handeln und wir dies befürworten, brauchen sie in bestimmten Situationen die Unterstützung Erwachsener. Hierzu zählt auch das Setzen von Grenzen. Wir sehen es ganz klar in unserer Verantwortung, den Kindern solche Grenzen aufzuzeigen, die ihren eigenen Schutz, den Schutz anderer sowie das gemeinschaftliche Miteinander betreffen. Der Blick auf die Kinder geht auch über unsere Einrichtung hinaus. So wissen wir darum, dass Kinder tagtäglich mit verschiedenen gesellschaftlichen Anforderungen und Einflüssen konfrontiert sind. Hierzu zählen beispielsweise familiäre Schwierigkeiten, Gesundheit, Leistungsdruck oder Medienkonsum. Wir möchten den Kindern einen sicheren und geschützten Ort bieten, indem wir die Lebenswelt der Kinder wahrnehmen, aufgreifen und ihn nach ihren Bedürfnissen gestalten. Das verbinden wir mit den Kindern in unserer Einrichtung:




3.2 Unsere Rolle als Betreuer


Unsere Rolle als Betreuer umfasst viele unterschiedliche Komponenten. Diese beziehen sich primär auf die Arbeit mit den Kindern, können an einigen Stellen jedoch auch unsere Zusammenarbeit mit Eltern sowie Lehrern meinen. Wir sehen es als Teil unserer pädagogischen Professionalität an, uns zu bemühen, diese täglich zu leben und auszufüllen. Wir sind uns dabei bewusst, dass es sich um eine Aufgabe handelt, die eine fortwährende Reflexion mit sich bringt. Um dieses komplexe Gefüge anschaulicher darzustellen, haben wir die für uns wichtigsten Rollen benannt und sinnbildlich als unterschiedliche Hüte gestaltet. In den verschiedenen Situationen unserer pädagogischen Arbeit tragen wir immer andere, manchmal mehrere dieser Hüte: Mit dem Hut des Vorbildes verbinden wir ein ständiges und authentisches Vorleben unserer Einrichtungskultur, verbunden mit unseren Werten, sowie den allgemeingültigen Kinder- und Menschenrechten. Die dabei erforderliche Selbstreflexion ist elementarer Bestandteil dieser Rolle. Der Partner hat im Alltag unterschiedliche Funktionen inne. So ist er beispielsweise Begleiter, Beschützer, Zuhörer sowie Vertrauter in Spiel-, Gesprächs-, Erziehungs- und Bildungssituationen. Als verlässlicher Garant ist seine Rolle möglichst unabhängig von äußeren Umständen und inneren Einstellungen. Neben den bisher genannten Rollen, sehen wir es als Teil unserer Verantwortung, in bestimmten Situationen dafür zu sorgen, dass gesetzliche wie auch interne Regeln der Einrichtung eingehalten werden. So gilt es, im Rahmen der Aufsichtspflicht, Kinder und deren Wohl zu schützen, indem mögliche Gefahren eingeschätzt und verhindert werden. Unter der Rolle des Vermittlers verstehen wir eine möglichst objektive, unparteiische und gerechte Herangehensweise. Ziel kann es sein Wissen zu vermitteln, Konflikte zu lösen, Kompromisse zu finden und somit Menschen zusammenzuführen. Des Weiteren fühlen wir uns dafür zuständig, Beziehungen sowie Räume zu gestalten. Gemeint ist eine kreative Umsetzung der Ideen und Wünsche aller Beteiligten. Um die genannten Rollen zu erfüllen, ist es wichtig den Alltag immer interessiert und aufmerksam im Blick zu haben, was gezielt oder zufällig geschehen kann. Beobachtungen werden im Team besprochen und ggf. Rückschlüsse gezogen sowie Rückmeldungen an Kinder, Lehrer und Eltern gegeben. Es handelt sich bei den Beschreibungen der Hüte um primäre Ausschnitte und Beispiele. Die Inhalte sind in der Praxis selbstverständlich weitgreifender und komplexer. Ähnlich wie mit echten Kopfbedeckungen, ist es eine Herausforderung, alle Hüte gleichzeitig aufzuhaben. Die Kunst der pädagogischen Arbeit besteht für uns vielmehr darin, sich über die Existenz der unterschiedlichen Hüte mit ihren verschiedenen Inhalten bewusst zu sein und diese möglichst flexibel aufsetzen und wechseln zu können. Hierbei können nicht immer klare Grenzen gezogen werden, da die meisten Hüte und ihre Inhalte zusammenhängend zu betrachten sind. Daher ist es uns wichtig, die Rollen im gesamten Team immer wieder zu reflektieren und neu zu überdenken.




3.3 Unsere Zukunftsvisionen


Gemeinsam haben wir uns als Team zusammengesetzt und überlegt, was wir uns für die Zukunft unserer Schulbetreuung wünschen würden. Ebenso haben wir die Kinder und Eltern nach ihren Zukunftsvisionen für unsere Einrichtung gefragt. Egal ob einige Punkte in kurzer Zeit, in den nächsten Jahren oder möglicherweise auch gar nicht realisier- und beeinflussbar sind - all dies hat hier einen Platz und lässt die Leser an unser aller Visionen teilhaben. Zur Unterscheidung haben die Visionen der einzelnen Vertreter verschiedene Farben: In unserer Einrichtung treffen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten aufeinander. Wir versuchen in unserem Betreuungsalltag auf die jeweils entwickelten Kompetenzen der Kinder einzugehen und sie sowohl in ihren Stärken zu unterstützen, als auch gemeinsam an ihren Schwächen zu arbeiten. Dabei fassen wir die Verschiedenheit der Kinder als Qualität für unsere Betreuung auf, als Bereicherung für das Miteinander aller Beteiligten. Im Miteinander mit anderen Kindern und Betreuern lernen die Betreuungskinder unterschiedliche Kulturen und Ansichten kennen. Wir unterstützen Kinder darin, ihre eigenen Interessen zu vertreten beziehungsweise zu artikulieren, wie auch sich von anderen, in ihrer ganz eigenen Denkweise abzugrenzen. Dabei ist es wichtig, dass sie lernen empathisch zu denken und zu handeln, sodass sie auf Gefühle und Äußerungen anderer Menschen angemessen reagieren können. In diesem Zuge übernehmen die Betreuer eine unterstützende Funktion. Die Kinder sollen individuell und in Interaktion mit anderen ein Selbstbild von sich entwickeln können. In den folgenden Kapiteln wird der Rahmen des pädagogischen Alltags dargestellt. Dazu gehören sowohl der Tagesablauf und die Räumlichkeiten, als auch pädagogische Themen wie Konfliktlösung, Bindung und so weiter.




4.1 Tagesablauf


Im Folgenden wird ein typischer Tagesablauf in der Betreuung dargestellt. Dieser ist unterteilt in die Zeit am Vormittag, in welcher innerhalb des festen Teams pädagogisch gearbeitet wird, und die Zeit zwischen 11.30 Uhr – 15.00 Uhr bzw. 16.30 Uhr in der die Kinder, entsprechend der pädagogischen Grundlagen, betreut werden. Zeitlich gestaltet sich der Ablauf für die Ganz- bzw. Regelklassen unterschiedlich. 8.00 Uhr – 11.00 Uhr
Vorbereitungen Besprechung von Bezugskindern Teamsitzungen Lernzeiten Supervision 11.30 Uhr – 12.40 Uhr
Ankunft der Ganztagsklassen Die Kinder melden sich beim Bürodienst an und nehmen sich ihren Fotomagneten. Jedes Kind wird namentlich begrüßt, dabei nehmen wir jedes Kind wahr und können auf Stimmungen eingehen. Die Kinder können ihre Pause selbstständig gestalten. Orientiert an ihren eigenen Bedürfnissen können sie: *das Essensangebot nutzen (das Essen wird begleitet durch die Bezugsbetreuer) *die Räumlichkeiten im Betreuungshaus nutzen *sich auf dem Schulhof aufhalten *zusätzliche Angebote wahrnehmen wie z.B. Vorlesen, Turnhalle, Ruheraum (siehe Aushang) 12.40 Uhr – 13.00 Uhr
Hofpause für die Ganztagsklassen 13.00 Uhr – 14.00/14.30 Uhr
Unterricht für die Ganztagsklassen 12.45 Uhr – 14.00 Uhr
Ankunft der Regelklassen Die Kinder melden sich beim Bürodienst an und nehmen sich ihren Fotomagneten. Jedes Kind wird namentlich begrüßt, dabei nehmen wir jedes Kind wahr und können auf Stimmungen eingehen. Die Kinder können ihre Pause selbstständig gestalten. Orientiert an ihren eigenen Bedürfnissen können sie: *das Essensangebot nutzen (das Essen wird begleitet durch die Bezugsbetreuer) *die Räumlichkeiten im Betreuungshaus nutzen *sich auf dem Schulhof aufhalten *zusätzliche Angebote wahrnehmen wie z.B. Vorlesen, Garten, Forschen, Zirkus (siehe Aushang) 14.00/14.30 Uhr
Erneute Ankunft der Ganztagsklassen in der Betreuung 13.30 – 15.30 Uhr Alle Kinder haben die Möglichkeit das Angebot der Hausaufgabenzeit zu nutzen (dies ist ein freiwilliges Angebot, die Kinder entscheiden selbst, wann und ob sie hier die Hausaufgaben machen). 14.00 – 16.15 Uhr
Freie Nutzung der Räumlichkeiten, der Angebote und des Schulhofes. Jedes Kind kann Spielpartner und Angebote nach seinen eigenen Bedürfnissen wählen. 14.45 – 15.00 Uhr
Verabschiedung der Kinder, die bis 15 Uhr angemeldet sind. Kinder geben ihren Fotomagneten zum Abmelden beim Bürodienst ab und werden draußen von einem Betreuer verabschiedet. 15.00 – 15.30 Uhr
Snack für alle Kinder, die bis 16.30 Uhr angemeldet sind. 16.15 – 16.30 Uhr
Verabschiedung aller Kinder. Kinder geben ihren Fotomagneten zum Abmelden beim Bürodienst ab und werden draußen von einem Betreuer verabschiedet.




4.2 Räumlichkeiten


Wir haben unsere Kinder gebeten, die Räumlichkeiten des Betreuungshauses so zu malen, wie sie diese sehen und wahrnehmen. Um immer wieder den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder entsprechen zu können, gestalten wir die Räume von Zeit zu Zeit um. Deshalb handelt es sich bei diesen Darstellungen lediglich um eine Momentaufnahme. Neben den hier beschriebenen Räumlichkeiten der Betreuung, stehen unseren Kindern auch einige Räumlichkeiten der Schule zur Verfügung, darunter die Turnhalle, der Computerraum und das Außengelände. Peppino, unser Reisefuchs, führt nun durch die Räume der Betreuung: „Mein Name ist Peppino und ich gehe in die Betreuung der Albert-Schweitzer-Schule. Wenn ich aus der Schule komme, betrete ich zuerst den Flur und melde mich dort an der Anmeldung an. Im Flur befinden sich auch mein Fach für den Ranzen, meine Schuhe und meine Jacke. Manchmal brauche ich nach der Schule eine kleine Auszeit, setze mich auf die Couch der Chillecke im Flur und schaue mir eines der Bücher an. Im roten Raum, direkt gegenüber der Anmeldung, spiele ich oft vor dem Mittagessen mit meinen Freunden Lego oder baue mit ihnen eine Höhle in der Höhlenecke. Dort bin ich am liebsten, weil wir oft Fuchsbau spielen und man dort einen super Rückzugsort hat.
Wir bekommen Hunger und laufen durch den Flur zum Essensraum. Der Essensraum ist genau neben dem roten Raum. Manchmal muss man vor der Tür anstehen, wenn zur gleichen Zeit ganz viele Kinder zum Essen wollen. Vor dem Essen hakt ein Betreuer meinen Namen ab, damit die Betreuer wissen, wann ich beim Essen war bzw. wann nicht und gegebenenfalls Rückmeldung an meine Eltern geben können.
Im Essensraum hole ich mir an der Essensausgabe einen Teller und setze mich zu meinen Freunden an den Tisch. Manchmal habe ich Lust auf einen Salat und hole mir eine Schüssel am Salatbüffet. Gerne sitzen meine Freunde und ich lange am Tisch und quatschen. Auch der Nachtisch darf natürlich nicht fehlen. Nach dem Essen wissen wir nicht so wirklich, was wir machen sollen. Zuerst schauen wir im gelben Raum vorbei und überlegen, ob wir nicht hier zusammen etwas basteln oder Schule spielen wollen. Wir entscheiden uns zusammen ein großes Bild mit Wasserfarben zu malen und werfen die Malkittel über. Als meine Freunde später abgeholt werden, schaue ich nochmal im grünen Raum vorbei. Eigentlich weiß ich noch gar nicht so richtig, was ich spielen möchte. Mein Blick schweift von der Verkleidungsecke, über den Teppich mit den Kapla-Steinen. Eine Betreuerin spricht mich an und fragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihr ein Spiel zu spielen. Zusammen mit der Betreuerin verbringe ich die letzte Stunde im grünen Raum, bis mich meine Eltern abholen.“




4.3 Erfahrungsräume


Wir möchten den Kindern viele spannende und interessante Erfahrungen ermöglichen. Um das zu gewährleisten, arbeiten wir stetig an der Optimierung, Veränderung und Entwicklung unseres Raumangebotes. Wir legen viel Wert darauf, die Interessen und Bedürfnisse der Kinder aufzugreifen. Diese ermitteln wir durch Beobachtung, alltägliche Kommunikation, gezielte Befragungen und durch Instrumente, wie unsere Meinungsbox. Außerdem möchten wir den Kindern möglichst viele Freiräume in der Nutzung des Raumangebotes geben. Materialien und Inventar müssen nicht nach einem vorgegebenen Plan genutzt werden, sondern können den Bedürfnissen und Vorstellungen der Kinder angepasst, verwendet und verändert werden.




4.3.1 Naturerlebnisse


Kinder können Natur auf vielfältige Art und Weise erleben. Nicht nur Aktivitäten, die im Freien stattfinden, gehören dazu. Auch das Arbeiten und Spielen mit Naturmaterialien, sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema Natur über Plakate, Gesprächskreise, Medien usw. sind Teil der Naturerlebnisse der Kinder. Das steigende gesellschaftliche Interesse am Natur- und Umweltschutz spielt auch in der Erfahrungswelt der Kinder eine immer größere Rolle. Es ist uns wichtig, Natur auf unterschiedlichste Weise für Kinder erlebbar zu machen. Sie können dabei selbst aktiv und kreativ werden, lernen die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und entwickeln ein Gefühl dafür, welchen Wert Natur hat. Sie werden für den Umgang mit dieser sensibilisiert, sorgen sich um die Natur und entwickeln bestenfalls das Bedürfnis sie zu schützen. Kinder erschließen in der Natur für sich neue Erfahrungsräume, in denen sie immer neue Erlebnisse und Erkenntnisse sammeln. Sie erhalten die Möglichkeit sich in einen Zusammenhang mit der Natur zu setzen und werden dabei unterstützt, ihren Platz in der Welt zu finden. Ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt und sie lernen ihre Sinne zu schärfen. Das Spielen und Entdecken von und mit der Natur bietet einen Ausgleich zum ansteigenden Medienkonsum der Kinder und die Möglichkeit Stress abzubauen. Auch deshalb haben die Kinder die Möglichkeit, mit angemessener Kleidung bei jedem Wetter nach draußen gehen. Um den Kindern einen Zugang zur Natur zu ermöglichen haben wir verschiedene Erlebnisräume geschaffen. Die Betreuungskinder finden auf dem Schulgelände an vielen Orten die Möglichkeit frei in und mit der Natur zu spielen und wir arbeiten stetig daran, neue Freiräume und Möglichkeiten zu schaffen. Bisher stehen den Kindern ein Matschtisch, eine Kräuterspirale und ein Erlebnisbereich zur Verfügung. Eine wichtige Rolle spielt auch der Schulgarten, in welchem die Kinder selbst Gemüse pflanzen und pflegen können. Naturmaterialien stehen den Kindern stets zum Basteln, Spielen, Experimentieren und Bauen zur Verfügung. Wir schaffen dafür regelmäßige Angebote, geben aber auch Raum zur freien Gestaltung. Oft wird das Thema Natur in Projektarbeiten, wie den Ferienspielen aufgegriffen. In diesem Rahmen finden Waldausflüge statt, werden Plakate gemalt und Filme angesehen. Die Projektarbeit wird noch durch jahreszeitliche Angebote ergänzt. So wollen wir die Kinder auf vielerlei Weise mit der Natur in Kontakt bringen und ihnen einen möglichst ganzheitlichen Zugang zu eigenen Erfahrungen mit der Natur ermöglichen. Im Zuge unserer Konzeptionsarbeit haben wir uns zusammen mit den Kindern viel mit dem Thema Natur beschäftigt. Dabei haben wir auch Interviews geführt und die Kinder befragt, was Natur ist und was sie für sie bedeutet.




4.3.2 Kreativität


Kreativität ist die Fähigkeit des freien Denkens, ohne Normen und Vorgaben. Innerhalb des kreativen Prozesses können neue Gedanken und Ideen entwickelt werden, die nicht immer ein Ziel verfolgen, sondern die eigenen grenzenlosen Fantasien in den Vordergrund rücken. Wer kreativ denkt, kann sich schneller auf neue Situationen einstellen und von klassischen Denkmustern lösen. Das Kind als Individuum stärkt durch die eigenen kreativen Prozesse das Durchhaltevermögen, zeigt Eigeninitiative, entwickelt innere Stärke, um Hindernisse und Schwierigkeiten selbstständig überwinden zu können und erlebt sich dabei als selbstwirksam. Als Ausgleich zur sonstigen Wertung innerhalb der leistungsbetonten Gesellschaft, bietet Kreativität die Möglichkeit, Stress abzubauen und eine Auszeit zu nehmen. Zusammen mit anderen Kindern können in gemeinsamen kreativen Prozessen soziale und kommunikative Fähigkeiten entwickelt werden. Folglich stellt Kreativität einen wichtigen Teil der Persönlichkeitsentwicklung dar und ermöglicht eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit im Kontext mit gesellschaftlichen Bedingungen. Aus diesem Grund empfinden wir es als sehr wichtig, unseren Kindern Möglichkeiten zu bieten, sich selbstständig kreativ entfalten zu können. Deshalb räumen wir den Kindern viel freie Spielzeit ein, gestalten unsere Räume möglichst offen und bieten Spielmaterialien, die die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend, flexibel nutzen und mit ihnen experimentieren können. Im gestalterischen Bereich versuchen wir so weit als möglich auf Vorlagen und Schablonen zu verzichten, gerne stellen wir die Werke der Kinder im Betreuungshaus aus. In unseren Teamsitzungen und Supervisionen tauschen wir uns regelmäßig darüber aus, wie wir den Kindern möglichst viele Freiräume und Anregungen zu kreativen Prozessen geben können. Die Betreuungskinder hatten die Möglichkeit Bilder zum Thema Kreativität zu malen. „Was ist für dich eine tolle Idee?“ war die Fragestellung zu der die Kinder die Gedankenblase gefüllt haben. Darunter konnten sie zeigen, wie sie aussehen, wenn sie über eine Idee nachdenken.




4.3.3 Rollenspiele


Rollenspiele sind fantasievolle Spiele, in denen Kinder frei von sich heraus Erlebtes nachahmen und infolgedessen Verarbeitungsprozesse in Gang gesetzt werden können. Die Kinder können sich ausprobieren, in ein anderes Ich schlüpfen und ihre Fantasie ausleben. Dabei greifen sie Entwicklungsthemen in ihrer Gruppe auf, unterstützen die eigene Rollenfindung innerhalb der Gruppe und können sich in sozialen Kompetenzen wie Konfliktlösung, Aushandlung und Metakommunikation üben. Nicht nur das Gruppenverhalten wird gefördert, sondern auch das Individuum selbst stärkt dabei sein Selbstbewusstsein und kann Fantasie, Kreativität und Spontanität entwickeln. Aus all diesen Gründen räumen wir den Kindern freie Spielzeit ein, bieten ihnen Material an und schaffen Orte für ihre Rollenspiele, die sie flexibel und nach ihren Bedürfnissen nutzen können. Beispiele hierfür sind unsere Verkleidungsecke mit Spielküche, die Höhle und auch der Bereich zum Legospielen. Beispielweise Besuche im Theater, das Zirkusprojekt oder ähnliche Aktionen können den Kindern Rollenspiele näher bringen und sie darin bestärken, selbst kreativ zu werden. Auch für unsere pädagogische Arbeit bei Teamsitzungen sind die Rollenspiele der Kinder eine Reflexionsgrundlage, werden doch auch für uns wichtige Entwicklungsthemen der Kinder sichtbar. Nachfolgend ein kleines Beispiel, das von Kindern erstellt wurde.




4.3.4 Feste und Rituale


Feste und Rituale nehmen eine bedeutsame Rolle im Tages- und Jahresablauf ein. Sie geben Struktur im Alltag und den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Regelmäßige Abläufe stärken die Kinder und stiften Gemeinschaft. Sie unterstützen Kinder bei ihrer Rollenfindung und ermutigen sie, sich am Geschehen zu beteiligen. Feste und Rituale sind uns vor allem dort wichtig, wo Übergänge begleitet und die Kinder gestärkt werden sollen. Übergänge können sowohl die Sozialisationsfelder, als auch Institutionen betreffen, wie es beim Wechsel vom Kindergarten zur Grundschule der Fall ist. Hier verändert sich sowohl das soziale Umfeld, als auch die Institution, in der sich die Kinder bewegen. Diese Übergänge begleiten wir intensiv mithilfe von besonderen Ritualen. Familien, deren Kinder neu zu uns kommen, haben die Möglichkeit an einem Kennenlernnachmittag sowohl das pädagogische Team, als auch die Einrichtung kennen zu lernen und in einem geschützten Rahmen erste Kontakte zu knüpfen. In den ersten Wochen werden die Kinder unter anderem am Klassenraum von uns abgeholt, bis sie sich bereit fühlen, allein den Weg zur Betreuung zu gehen. Dieses regelmäßige Vorgehen schafft Bindung und Vertrauen zwischen Kindern und Betreuern. Der Übergang der Viertklässler zur weiterführenden Schule wird durch spezielle Abschiedsrituale begleitet, auf die sich die Kinder oft schon monatelang freuen. Dazu können u.a. das große Burger-Essen am letzten Schultag, eine Bastelaktion nur für Viertklässler, ein Abschiedsausflug und Abschiedsbriefe der Betreuer an ihre Bezugskinder gehören. Im Jahresablauf spielen noch weitere Feste und Rituale eine besondere Rolle. Dazu zählen das Weihnachtsbasteln, die gemeinsamen Geburtstagsfeiern und der von den Kindern ausgewählte Film, der an jedem letzten Schultag vor den Ferien gezeigt wird. Ein Höhepunkt stellt für viele Kinder das Basteln für den lebendigen Adventskalender dar, bei welchem sie Selbstgebasteltes für einen guten Zweck verkaufen können. Gesellschaftliche Feierlichkeiten, wie Fasching, Halloween und Weihnachten werden ebenfalls im Betreuungsalltag aufgegriffen.




4.4 Bindung


Uns ist es wichtig zu allen Kindern eine positive, von Vertrauen geprägte Beziehung zu entwickeln. Wir möchten, dass sich alle Kinder in unserer Einrichtung sicher und geborgen fühlen und sich bei Bedarf vertrauensvoll an uns wenden können. Kinder, die sich sicher, geborgen und angenommen fühlen, können sich zuversichtlich ihrer dinglichen und personellen Umwelt zuwenden. Sie können eigene Interessen verfolgen, sich ausprobieren, neue Erfahrungen sammeln, ihr Wissen über die Welt stetig weiterentwickeln und immer sicherer werden. Wir sorgen dafür, dass sichere Bindungen möglich sind:

  • Wir berücksichtigen im Einsatzplan, dass es personell darstellbar ist, uns Zeit und Ruhe zu nehmen, um uns auf die Bedürfnisse der Kinder einzulassen.
  • Wir begrüßen jedes Kind freundlich und mit Namen.
  • Jedes Kind hat einen Bezugsbetreuer, der mit ihm zu Mittag isst, das Kind regelmäßig beobachtet und entsprechend dokumentiert, bei Bedarf eine Herzchenzeit anbietet und mit Lehrern und Eltern kommuniziert.
  • Wir sind den Kindern verlässliche Bezugspersonen, d.h. unsere Reaktionen sind für die Kinder möglichst voraussehbar. Erwartungen und Grenzen werden aufeinander abgestimmt.
  • Wir gestalten Räume und Angebote nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder.
  • Wir haben regelmäßige Teamtreffen sowie Supervisionen mit externen Fachkräften, in denen wir unser Verhalten reflektieren, um die Kinder bestmöglich zu verstehen und zu unterstützen.
  • Wir nehmen eine interessierte und wertschätzende Haltung gegenüber den Kindern ein.
  • Wir sind aufmerksam, greifen Ideen der Kinder auf, unterstützen sie, ermuntern sie Dinge auszuprobieren, ihren eigenen Interessen nachzugehen und Ideen zu verwirklichen.
  • In schwierigen Situationen greifen wir wertschätzend und konstruktiv ein, d.h. wir kritisieren Verhalten, nicht das Kind als Person, und arbeiten lösungsorientiert.
  • Wir respektieren die Autonomie der Kinder; sie dürfen eigene Entscheidungen treffen.
  • Wir haben Vertrauen in die Kinder und trauen ihnen altersentsprechende Aufgaben zu.




4.5 Konfliktlösung


In der Betreuung treffen sehr viele unterschiedliche Kinder aufeinander, die sich die Spielräume teilen. Im Spiel werden die Kinder ständig mit den Bedürfnissen anderer konfrontiert, Rücksichtnahme wird gefordert und gefördert. Kinder sollen lernen, Regeln anzunehmen und zu befolgen, die dem Wohl des Einzelnen dienen oder aber für die Gesamtgruppe wichtig sind. Wir, als Erwachsene, wollen die Kinder dabei unterstützen und aufmerksam begleiten. Sie lernen, eigene Interessen zu vertreten, sich in die Perspektiven anderer hineinzuversetzen, Verständnis für das Gegenüber zu entwickeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Viele Konflikte können die Kinder selbstständig lösen, indem sie z.B. die Stopp-hör-auf-Regel benutzen, die sie auch aus dem Schulvormittag kennen. Sie ist ein wichtiges Werkzeug, um Grenzen aufzuzeigen, hilft viele Konflikte rechtzeitig zu lösen und gibt den Kindern mehr Sicherheit im sozialen Umgang. Die Kinder werden bei konstruktiven Konfliktlösungen unterstützt, indem sie ermutigt werden, in Gesprächen eigene Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle zu äußern. Durch gegenseitiges Zuhören können Verständnis und Rücksicht gefördert und Prozesse zur Kompromiss- und Lösungsfindung angestoßen werden. Bei Konfliktgesprächen können die „Streitschlichterfüße“ zu Hilfe genommen werden. Sie sollen die Kinder dabei unterstützen, ein lösungsorientiertes Konfliktgespräch zu führen. So lernen sie, eigenständig Konflikte zu lösen, erleben sich als kompetente Konfliktlöser und bekommen das Gefühl „Ich hab´s alleine geschafft“.




4.6 Beobachtung und Dokumentation


Die Beobachtung und Dokumentation alltäglicher Situationen nimmt bei uns einen großen Stellenwert ein. Es geht darum, die Kinder bestmöglich zu unterstützen bzw. zu fördern und mit ihnen zusammen Situationen zu reflektieren, um daraus ggf. neue Verhaltensmöglichkeiten zu erlernen und positive Erfahrungen zu sammeln. In regelmäßigen Abständen nimmt sich das pädagogische Team Zeit, um einzelne Kinder oder kleinere Kindergruppen individuell wahrzunehmen und Qualitätszeit mit den Bezugskindern verbringen zu können. Zur Dokumentation dieser Zeit werden z.B. Lerngeschichten geschrieben oder Abschiedsbriefe für die vierten Klassen verfasst. Dies dient der besseren Reflektion und einem intensiveren Beziehungsaufbau zwischen Fachkräften und Kindern. Lerngeschichten sind Briefe, in denen den Kindern durch positive Formulierungen aufgezeigt wird, was sie in bestimmten Situationen gut bewältigt haben, welche Fertigkeiten sie erlernt und entwickelt haben bzw. was möglicherweise noch ausbaufähig ist. Die Kinder bekommen diese Briefe von den Betreuern vorgelesen und dürfen sie dann mit nach Hause nehmen. So können auch die Eltern einen kleinen Einblick darüber erhalten, wie wir arbeiten. Wöchentlich finden Treffen der Bezugsbetreuer statt, um sich im Team über die Kinder auszutauschen. Während dieser Treffen werden sowohl aktuelle Vorkommnisse als auch Kinder in ihrer gesamten Entwicklung besprochen. Dabei geht es um Fähigkeiten und Schwierigkeiten sowie das Verhalten in Gruppen oder einzelnen Situationen. Der Schwerpunkt liegt auf den Stärken und Ressourcen der Kinder. Wir reflektieren unsere innere Haltung gegenüber den Kindern und versuchen herauszufinden, wie sie gestärkt oder gefördert werden können. Eine beispielhafte Lerngeschichte soll unsere Arbeit mit den Kindern zeigen und wie wir sie durch Lerngeschichten positiv bestärken können.




4.7 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft


Mit dem Begriff der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ist die gemeinsame Verantwortung und Zusammenarbeit aller Beteiligten in Bezug auf die kindliche Entwicklung gemeint. Die Grundlage der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit ist die Kommunikation und der Dialog auf Augenhöhe. Gemeinsam werden Erziehungsvorstellungen und Erziehungsziele zum Wohle des Kindes ausgetauscht, diskutiert und vereinbart, wobei wir die Eltern grundsätzlich immer als Experten für ihre Kinder betrachten. Beteiligte sind:

  • Kinder (als Experten in eigener Sache)
  • Familie, Bezugspersonen
  • pädagogische Fachkräfte
  • Lehrer und Schulleitung
  • Externe Fachkräfte, Fachdienste (z.B. Kinderpsychologen, -therapeuten, Kinderschutzbund, Jugendamt)
Warum ist uns das wichtig? Bei einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von allen Beteiligten findet das Kind ideale Entwicklungsbedingungen vor. Es erlebt, dass Familie, Tageseinrichtung und weitere Beteiligte eine positive Einstellung zueinander haben und voneinander wissen, dass alle Seiten gleichermaßen an seinem Wohl interessiert sind, sich ergänzen und einander wechselseitig bereichern. Wenn z.B. Eltern Themen aus der Betreuung zu Hause aufgreifen, vertiefen, ergänzen und gemeinsam mit ihrem Kind weiterentwickeln und im Alltag etablieren, wird sich dies auf die Entwicklung des Kindes positiv und nachhaltig auswirken. Ebenso ist es uns wichtig, dass Kinder selbst kompetente Akteure ihrer Entwicklung sind und in vielen Belangen eigene Entscheidungen treffen, ihre Umwelt mitgestalten und umgestalten können. Wir möchten Kindern Verantwortung und Vertrauen schenken, ihnen altersentsprechend etwas zutrauen und sie daran wachsen lassen. Deswegen richtet sich unser Augenmerk auf einzelne Beziehungskonstellationen: Pädagogisches Team und Kind
  • Pädagogische Arbeit generell (Kommunikation und Dialog)
  • Bezugsbetreuer, Herzchenzeit
  • Beobachtungszeit (Lerngeschichten)
  • Abstimmungen (Ausflüge, Film, Geburtstagsgeschenke, Essenswünsche)
  • Kinderversammlung
  • Meinungsbox
  • Elterngespräche (wenn es pädagogisch sinnvoll ist, können auch Kinder teilnehmen)
Innerhalb des pädagogischen Teams
  • Teamsitzung (wöchentlich)
  • Besprechung von Bezugskindern (wöchentlich)
  • Supervision
  • Tür- und Angelgespräche
Pädagogisches Team und Familie
  • Tür- und Angelgespräche
  • Elterngespräche (bei Bedarf eines oder mehrerer Beteiligter)
  • Elternabende
  • Elterninformationsveranstaltungen zu bestimmten Themen (z.B. Medien, Lernen lernen)
  • Kennenlerntag
  • Elterninfowand, -post und Homepage
  • Elternfragebogen
  • Meinungsbox
  • Lerngeschichten
Pädagogisches Team und Schule
  • Regelmäßiger Austausch
  • Teilnahme an der Lernzeit
  • Teilnahme an Klassenfahrten und Ausflügen
  • Treffen zwischen Schul- und Betreuungsleitung
  • Gemeinsame Elterngespräche
  • Teilnahme an den Gesamtkonferenzen
Pädagogisches Team und externe Fachkräfte
  • Beratung
  • Information
  • Kooperation
  • Fortbildung
  • Elterngespräche
  • Runder Tisch




4.8 Übergänge


Um den Kindern die Übergänge von einer Institution in die andere zu erleichtern, bieten wir verschiedene Angebote an. So werden beim Übergang vom Kindergarten zur Schule beispielsweise Elterninfoabende und ein Kennenlernnachmittag veranstaltet. Außerdem werden die Erstklässler in den ersten Wochen von uns an den Klassenräumen abgeholt und von zugeteilten Paten sowie durch ihre Bezugsbetreuer durch den Tag begleitet. Dabei ist es uns wichtig, Bindungen aufzubauen und Sicherheit zu geben. Auch den Übergang zu den weiterführenden Schulen und den damit verbundenen Abschied aus dem Betreuungsleben berücksichtigen wir jedes Schuljahr. Durch gemeinsame Aktivitäten, beispielsweise einen Abschiedsausflug oder ein gemeinsames Hamburger-Essen und einen individuellen Abschiedsbrief vom Bezugsbetreuer, versuchen wir die Kinder für den Neustart in die weiterführenden Schulen zu stärken.




5. Qualitätsentwicklung


Unser Verständnis von Qualität sieht unsere Kinder im Mittelpunkt. Um dafür einen Rahmen für unsere pädagogische Arbeit schaffen zu können, sollten Selbstreflexion im Team und Fremdevaluation durch Externe, Hand in Hand miteinander laufen. Da es sich dabei um einen stetigen Entwicklungsprozess handelt, der sich immer wieder neuen, aktuellen Herausforderungen stellen muss, repräsentiert ein gemeinsames Verständnis von Qualität Verbindlichkeit und Sicherheit für alle beteiligten Seiten. Richtlinien des Kreises, Gesetze, Kinderrechte und auch Fachliteratur bilden den theoretischen Rahmen zur Qualitätssicherung, auf den wir uns beziehen wollen und müssen. Diese werden im Bezug zu unserer täglichen Praxis und den individuellen Bedürfnissen aller Beteiligten im pädagogischen Team besprochen. In regelmäßigen Teamsitzungen werden u.a. Eltern- und Kinderumfragen und die Meinungsbox ausgewertet. Besprechungen zu den Bezugskindern, Kooperationsgespräche zwischen Schul- und Betreuungsleitung und unsere Konzeptionsarbeit lassen Raum zur internen Reflexion. Ergänzt wird dies durch externe Berater in Supervisionen, Fortbildungen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Grundschulbetreuungen. Jeder Mitarbeiter des pädagogischen Teams besucht eine Mediationsfortbildung. Dies unterstützt unsere Bemühungen einen neutralen, unvoreingenommenen Blick auf unsere Kinder zu erhalten.




6. Glossar


A Abschiedsbriefe: Bevor die Kinder der vierten Klassen die Schule verlassen, bekommen sie von ihrem Bezugsbetreuer einen persönlichen Abschiedsbrief. An-/Abmeldung: Am Eingang zum Betreuungshaus befindet sich die An- und Abmeldung. Diese ist immer von einem Betreuer besetzt. Hier müssen sich die Kinder täglich zum Beginn der Betreuungszeit anmelden und ihren Magneten abholen und platzieren. Bevor sie nach Hause gehen, melden sie sich hier wieder ab und geben ihren Magneten dem Betreuer zurück. Aufsicht: Im Sinne der Aufsichtspflicht werden die Kinder auf dem Schulgelände beaufsichtigt. Ausweise: In verschiedenen Bereichen gibt es für die Kinder Ausweise zum Ausleihen von Spielsachen und -material. B
Betreuungsorte: Während der Betreuungszeit können sich die Kinder frei zwischen den Betreuungsorten bewegen. Zu den Betreuungsorten gehören unter anderem das Betreuungshaus, der Ruheraum, der Computerraum, der Schulhof usw. Bezugsbetreuer: Alle Betreuungskinder sind einem Bezugsbetreuer zugeteilt. Die Bezugsbetreuer sind beim Mittagessen dabei und außerdem für die Beobachtung, Dokumentation und Kommunikation das entsprechende Kind betreffend verantwortlich. Von den Bezugsbetreuern erhalten die Kinder unter anderem auch ihre Abschiedsbriefe. Bezugskinder: Alle Betreuungskinder sind einem Bezugsbetreuer zugeteilt. Siehe Bezugsbetreuer. Brotboxzeit: In der Brotboxzeit werden Kinder, die einen Nachmittagskurs haben und nicht in der Betreuung angemeldet sind, für die Zeit zwischen Unterricht und Kurs beaufsichtigt. Die Kinder können sich von zuhause eine befüllte Brotbox mitnehmen, dort etwas essen und spielen. Bürodienst: An jedem Tag ist die An- und Abmeldung von einem anderen Betreuer besetzt. Dieser Betreuer hat an diesem Tag Bürodienst. Er plant den Tagesablauf, meldet Kinder an und ab und ist Ansprechpartner für Kinder und Eltern. C D E Essen: Ganztagsklassenkinder essen von 11.30 – 12.40 Uhr. Regelklassenkinder essen von 12.45 – 14 Uhr. Das Mittagessen wird von den jeweiligen Bezugsbetreuern begleitet. F Fremdevaluation: Bewertung von Sachverhalten durch Externe. Diese Außenperspektive ermöglicht einen objektiven und neutralen Blickwinkel einer nicht-involvierten professionellen Person, die neue Impulse oder Ideen geben kann. G Geburtstagsfeiern: Alle zwei bis drei Monate findet eine Geburtstagsfeier statt. Eingeladen sind alle Kinder, die im Zeitraum seit der letzten Feier Geburtstag hatten. Die Feier wird von einem Betreuer geplant und begleitet. H Hausaufgabenzeit: Das Angebot der Hausaufgabenzeit können alle Betreuungskinder Montag bis Donnerstag von 13.30 – 15.30 Uhr freiwillig nutzen. Herzchenzeit: Braucht ein Kind besondere Unterstützung, kann der Bezugsbetreuer eine Herzchenzeit mit diesem Kind ausmachen. In dieser Zeit wird das Kind durch besondere Aktivitäten gestärkt. Hüttchenführerschein: Der Hüttchenführerschein ist eine besondere Einweisung in die Regeln für das unbeaufsichtigte Spielen hinter dem Haus. Hier können die Kinder mit Naturmaterialien kleine Hütten o.ä. bauen. I Inklusion: Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch akzeptiert und gleichberechtigt behandelt wird. Unterschiede der sozialen, individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen werden als Bereicherung gesehen und es wird versucht daraus eine Qualität für das gemeinsame Zusammenleben zu ziehen. Im Gegensatz zur Integration, in der sich das Kind der Umgebung anpassen muss, passt sich im Inklusionsgedanken die Umgebung den Bedürfnissen der unterschiedlichen Kinder an. J K Kindermitteilungen: Eine weiße Magnetwand neben den Kindertoiletten zeigt an, welche besonderen Angebote und Betreuungsorte gerade geöffnet sind. Kennenlerntag: An einem Freitag vor den Sommerferien findet der Kennenlerntag für die neuen Erstklässler, weitere neue Betreuungskinder und ihre Eltern statt. Die Betreuer zeigen die Einrichtung und ein erster Kontakt entsteht. Kooperationsgespräche zwischen Schul- und Betreuungsleitung: In regelmäßigen Abständen treffen sich die Schul- und Betreuungsleitung, um sowohl Organisatorisches, als auch die Belange von Kindern zu besprechen und so eine bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. L Lebendiger Adventskalender: Der Lebendige Adventskalender ist eine vom VVV organisierte, Langener Vorweihnachtstradition. An jedem Abend findet eine weihnachtliche Aktivität im Stadtgebiet statt, die teils von Privatpersonen und teils von Organisationen gestaltet wird. Zur Eröffnung des Weihnachtsbaumes an der Martin-Luther Kirche singt zum einen der Schulchor, zum anderen gibt es einen kleinen Stand des Fördervereins, bei dem, von den Kindern selbst hergestellte, Geschenkartikel für einen guten Zweck verkauft werden. Lerngeschichten: Manchmal erhalten Kinder von einem Betreuer eine Lerngeschichte. Darin erzählt der Betreuer von einem gemeinsamen Erlebnis, oder einer beobachteten Situation aus der das Kind etwas gelernt oder mitgenommen hat. Damit soll das Kind bestärkt werden. M Magnet: Jedes Kind der Betreuung besitzt einen Magneten mit einem Foto seines Gesichts. Magnetwand: Im Flur des Betreuungshauses hängt eine Magnetwand, die in verschiedene Betreuungsbereiche aufgeteilt ist, wie das Betreuungshaus, die Turnhalle, den Schulhof usw. Die Kinder hängen den Magneten mit ihrem Bild immer in dem Bereich auf, an dem sie sich gerade befinden. Meinungsbox: An der Anmeldung hängt ein Holzbriefkasten – unsere Meinungsbox. Eltern und Kinder haben die Möglichkeit Briefe mit Anmerkungen, Wünschen, Lob und Beschwerden hier einzuwerfen. In unseren Teamsitzungen besprechen wir diese dann. N O P Q R Ruheraum: Der Ruheraum ist mit Matratzen, Kissen und Decken ausgestattet. Hier können die Kinder Ruhe finden, zum Beispiel Bücher lesen und Hörspiele anhören. S Snack: Für Kinder, die bis 16:30 Uhr angemeldet sind, gibt es um 15 Uhr einen Snack. Dieser wird von einem Betreuer begleitet. Stopp-Hör-auf-Regel: Um Grenzen für alle verständlich und rechtzeitig aufzuzeigen, gibt es an der Albert-Schweitzer-Schule die Stopp-hör-auf-Regel. Das Kind sagt laut und deutlich „Stopp-hör-auf!“ und hebt eine Hand vor seinen Körper – so, als ob etwas weggeschoben wird. Streitschlichterfüße: Spielerische Methode zur eigenverantwortlichen Streitklärung. Supervision: Einmal im Monat haben wir eine Supervision mit einem externen Berater, um unsere pädagogische Arbeit zu reflektieren. T U V W Weihnachtsbasteln: Jedes Jahr Anfang Dezember gibt es einen besonderen Bastelnachmittag für alle Betreuungskinder, die gerne mitmachen wollen. Es gibt verschiedene weihnachtliche Bastelangebote, die die Kinder anschließend mit nach Hause nehmen können. X Y Z Zirkusprojekt: Alle vier Jahre besucht der Circus Rondel die Albert-Schweitzer- Schule. Anstelle einer Projektwoche übt das Zirkusteam mit den Kindern eine Woche lang besondere Kunststücke ein. Ihr Können zeigen die Kinder am Ende der Woche bei einer Zirkusvorstellung.




Kinder kommen zu Wort






Pädagogisches Konzept

Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten zusammen mit den Kindern daran, eine Schulkindbetreuung zu gestalten, in der die Kinder in der Vielfalt ihrer Persönlichkeit angenommen werden und Raum haben, Selbstwertgefühl zu entwickeln. Vielfalt wird als etwas Positives wahrgenommen.

Ein wichtiger Teil des pädagogischen Konzeptes ist es, den Kindern zu einem lernintensiven und stark reglementierten Schulalltag einen Ausgleich zu bieten und Freiräume zu eröffnen. Ein vielseitiges Freizeitangebot eröffnet den Kindern die Möglichkeit Neues zu entdecken und sich weiterzuentwickeln, Selbstständigkeit zu lernen, ihren Bewegungsdrang auszuleben und ihre Kreativität zu entfalten.

Während der Betreuung werden die Kinder ermutigt, klassen- und jahrgangsübergreifend Kontakte zueinander zu knüpfen. Dadurch nehmen sie sich als „Kinder einer Schule“ wahr. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit der Schulgemeinschaft werden gestärkt, was positive Auswirkungen auf das Klima an der Schule hat.

Teil des Betreuungsalltags ist es, sich in friedlicher Konfliktlösung zu üben und an einem friedfertigen Zusammenleben zu arbeiten. Dazu gehört, Kritik konstruktiv zu äußern und diese annehmen zu können und gemeinsam Regeln zu erarbeiten, die den Beteiligten bei der Lösung von Konflikten weiterhelfen.

 

Die nachfolgende Konzeption wurde 2019 vom pädagogischen Team der Betreuung in Zusammenarbeit mit den Honorarkräften, die an einzelnen Tagen die Betreuungsarbeit unterstützen, den Betreuungskindern, den Eltern, dem Vorstand des Fördervereins und der Schulleitung der Albert-Schweitzer-Schule erarbeitet.